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Die armenische Frau und das 20. Jahrhundert: Armen Ohanian

Juni 15 @ 18:00 - Juni 17 @ 18:00

Armen Ohanian (1887-1976)

Armen Ohanian (Ter-Ohanian) (Mädchenname – Sofia Emanuel Pirbudaghjan, geb. 1887 in Shamakha, Provinz Baku, Russisches Kaiserreich, gestorben 1976 in Mexiko, Mexiko) war eine armenische Tänzerin und Schriftstellerin, dazu auch Schauspielerin, Übersetzerin, Literaturwissenschaftlerin und Aktivistin der kommunistischen Bewegung.

Armen Ohanian in einer ihrer Tanzrollen

Mit ihrem Bühnennamen wagte Armen (Armenuhi) Ter-Ohanian ihre ersten Schritte im armenischen Theater von Baku. 1906 bis 1908 ist sie im armenischen Theater von Baku und Nachitschewan am Don aufgetreten, danach auch im Moskauer Kunsttheater. Ihre berufliche Weiterbildung in der Tanzkunst erfolgte in der Tanzschule von Nelidowa in Moskau. Als sie nach Persien zurückkehrte, gründete sie dort das erste persische Theater im europäischen Stil. 1910 inszenierte sie in Teheran Nikolai Gogols „Der Revisor“ auf Persisch, wo sie selbst in der Rolle von Maria Antonowna aufgetreten ist.

Armen Ohanian in einer ihrer Tanzrollen

In Persien erforschte Ohanian den orientalischen Tanz. Von 1911 bis Anfang der 1930-er Jahre ist sie in verschiedenen Ländern als „persische Tänzerin“ aufgetreten, wo sie dem westlichen Zuschauer die exotischen, altertümlichen und stilisierten orientalischen Tänze auf der professionellen Bühne vorstellte.

Bei ihren Inszenierungen setzte Ohanian die Methoden des „freien Tanzes“ von Isadora Duncan ein. In Begleitung armenischer, russischer und persischer Musik und mithilfe  verschiedener Masken gestaltete sie eine Reihe von Tanznummern. Sie hatte zahlreiche Aufführungen in vielen Städten von Europa, Asien und den USA.

  

Armen Ohanian in einer ihrer Tanzrollen

Nach der Übersiedlung nach Paris widmete sich Ohanian der Literatur. Dort gab sie auf Französisch zahlreiche autobiographische Bücher heraus, unter anderen „Die Tanzerin von Shamakha“ (1918), „In den Krallen der Zivilisation“ (1921), „Im sechsten Teil der Welt“ (Notizen während der Reise in der Sowjetunion 1928), „Der Solist seiner Hoheit“ (1929) und „Das Lachen der schlangenbeschwörenden Zauberin“ (1931).

   

Bucheinband von Armen Ohanians „Die Tänzerin von Shamakha“ in deutscher Übersetzung                                                                            Handschriftmuster von Armen Ohanian (Museum für Literatur und Kunst von Armenien)

1927 heiratete Ohanian den mexikanischen Diplomaten Makedonio Garza. Eine Zeit lang lebten sie gemeinsam in Moskau, zogen dann aber nach Mexiko um. Ohanian trat in die mexikanische kommunistische Partei ein. 1936 gründete sie in Mexiko eine Tanzschule.

In dieser Zeit tätigte sie auch zahlreiche Übersetzungen aus dem Russischen ins Spanische, schrieb eine Vielzahl von Essays über die russische, sowjetische und mexikanische Literatur auf Spanisch, darunter „Leo Tolstoj (1828-1910), sein Leben, sein Zeitalter, sein Werk“ (1934), „Gorkis Weg ist unser Weg“ (1935), „Marxistische Analyse der spanischen Literatur“ (1937), „Glückliches Armenien“ (1946), „Mexiko und dessen Kultur“ (1967) und andere. Unter ihren eigenen Werken schätzte sie am meisten das armenische Gedicht „Meine Sehnsucht nach dem Wanderer“.

  

„Armen Ohanian“, Zeichnungen von Emil Bernard

Ohanian absolvierte 1950 die Abteilung für Philosophie an der nationalen Universität Mexiko. 1958 reiste sie gemeinsam mit ihrem Mann in die Sowjetunion, besuchte dort Armenien und schenkte einen Teil ihres Archivs dem Jeghische Tscharenz Museum für Literatur und Kunst in Jerewan.

„Porträt der Tänzerin Armen Ohanian“ (1911), von Panos Terlemesjan (Nationalgalerie von Armenien)

Artikel von Artsvi Bakhchinyan

 

Details

Beginn:
Juni 15 @ 18:00
Ende:
Juni 17 @ 18:00

Veranstalter

Goethe-Zentrum Eriwan
KIN International Womens Filmfestival