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Die armenische Frau und das 20. Jahrhundert: Regina Ghazarjan. Online Ausstellung

Juli 2 - Juli 4

‘‘Mein Leben wäre sehr unvollständig gewesen, wenn ich Tscharenz nicht getroffen, ihm nicht nahe gekommen und (was am wichtigsten ist) seine Werke, die er zwischen 1935-1937 geschrieben und vertraulich an mich geschickt hat, nicht vor der Zerstörung gerettet hätte. Ich betrachte die Aufbewahrung von Tscharenz`s Handschriften als meinen engagiertesten Dienst gegenüber dem armenischen Volk.“  Regina Ghazarյan                                                                                                             

Inmitten der belebten Maschtozstraße von Jerewan befindet sich die Gedenktafel der Malerin Regina Ghazarյan. Fast versteckt vor den Blicken der Passanten hängt die Tafel an der Wand des Hausmuseums von Jeghische Tscharenz, des berühmten armenischen Dichters.

Regina Ghazarjan kam am 17. April 1915 in Jerewan, in einer wohlhabenden Familie des Agrarwissenschaftlers Tadewos Ghazarjan und der Medizinerin Wergine Khorasanjan zur Welt. Vor ihrem Künstlerdasein ereigneten sich in Regina‘s Leben viele interessante und bedeutende Gegebenheiten.

Mit fünfzehn lernte sie zufällig einige armenische Schriftsteller, mitunter auch Jeghische Tscharenz kennen. Damals konnte die junge Regina noch nicht ahnen, dass dieses Treffen die Seelen des bekannten Schriftstellers und des tapferen Mädchen für immer auf engsten verbinden würde. Ebenso wenig ahnte Regina damals, dass sie von Tscharenz später „Rolan“ genannt würde und all ihre folgenden Jahre eng mit seinem Leben verflochten und das den Sinn ihres Daseins ergeben würde. Erst danach und dadurch gelangte Regina Ghazarjan als Künstlerin zur einer Wiedergeburt.

Regina Ghazarjan

Es ist unmöglich, über Regina Ghazarjan zu sprechen, ohne Tcharenz zu zitieren, ohne von den einzelnen Geschichten über sie zu erzählen. Regina ist diejenige, die viele Jahre später ihre Memoiren über Tscharenz schreiben wird, worin der Öffentlichkeit die Einzelheiten seiner Lebensgeschichte zugänglich gemacht werden.

Die Rolle von Regina Ghazarjan in der armenischen Literatur ist schwer zu unterschätzen. Sie rettete und bewahrte die Handschriften des so wichtigen Dichters auf. Dank ihrer Tapferkeit sind viele Werke von Tscharenz erhalten geblieben. Tscharenz, der damals durch die stalinistischen Repressionen verhaftet und umgebracht wurde, schrieb 1937 aus dem Gefängnis auf seine Unterwäsche eine Notiz an seine Frau Isabella und bat sie darum, sein Werk und später auch das Leben seiner Kinder nur der engsten Freundin der Familie, Regina Ghazarjan, anzuvertrauen.

Nach dem Tod von Tscharenz wurde Regina während des Zweiten Weltkrieges in die Armee einbezogen und diente als Pilotin am Kaspischen Meer. 1951 widmete sich Regina, die inzwischen ihr Studium an der Jerewaner Akademie der Bildenden Künste absolviert hatte, weiterhin dem Thema Tscharenz.

  

Ihr Leben lang ließ sich Regina von Tscharenz inspirieren und visualisierte in ihren Gemälden die Persönlichkeit des Dichters. Als Regina später Porträts zeichnete war eines der ersten Porträts von Jeghishe Tscharenz.  Danach folgten die Porträts von Komitas, Anna Akhmatova und anderer. Regina, eine der farbenprächtigsten Persönlichkeiten des Jerewaner Kulturlebens, verstarb am 6. November 1999.

‘‘Nachdem ich meine moralische Pflicht erfüllt habe, bleibt mir nichts mehr übrig, als meine tiefe Dankbarkeit, meinen großen Respekt und das Andenken gegenüber Jeghishe Tscharenz  auszudrücken‘‘. Regina Ghazarjan

Fotos: Hausmuseums von Jeghische Tscharenz

Details

Beginn:
Juli 2
Ende:
Juli 4

Veranstalter

KIN International Womens Filmfestival
Goethe-Zentrum Eriwan